Kräuteressig selber machen

Am liebsten nutze ich die Kraft der Kräuter um meinen Körper zu nähren und zu stärken, damit er mit Herausforderungen möglichst gut umgehen kann. Nährende Pflanzenmedizin muss für mich unkompliziert sein. Alltäglich, aber wirkungsvoll. So wie Kräuteressig.

Für Kräuteressig giesst man Apfelessig über beliebige Pflanzen und lässt sie ein paar Wochen ziehen. In dieser Zeit nimmt der Essig die Wirkstoffe der Kräuter auf. Besonders gut löst er Nährstoffe wie Eisen, Magnesium, Kalzium und wasserlösliche Vitamine. In der gelösten Form, kann sie unser Körper viel leichter aufnehmen.

Und da wir fast täglich Essig für Salatsaucen brauchen, ist so ein Kräuteressig eine wunderbare Möglichkeit unseren Körper regelmässig und so einfach  mit einem Extra an Nährstoffen zu verwöhnen.

Um einen nährenden Kräuteressig herzustellen, verwende ich Kräuter wie Brennnessel, Löwenzahnblätter, Klettenlabkraut oder Vogelmiere. Man kann sie pur in Essig ausziehen oder mit aromatischen Kräutern zum Beispiel Rosmarin, Thymian, Oregano, Majoran, Salbei oder Dill mischen. Deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt (vorausgesetzt es handelt sich um essbare Pflanzen). Probiere es einfach aus.

Kräuteressig selber machen

Du brauchst

  • 1 Weckglas oder Bügelvorratsglas. Schraubgläser mit Metalldeckel sind nicht geeignet, weil der Essig das Metall angreift.
  • Bio Apfelessig
  • Kräuter deiner Wahl

Zubereitung

Schneide die Pflanzen klein und gib sie in ein Glas.

Erwärme den Apfelessig in einer Pfanne. Er sollte leicht dampfen aber auf keinen Fall kochen. Die Wärme hilft dem Essig, die Wirkstoffe aus den Pflanzen zu extrahieren.

Giesse den Essig zu den Pflanzen ins Glas. Achte darauf, dass die Kräuter mit dem Essig bedeckt sind, das Glas aber nicht zu voll ist. Verschliesse das Glas und stelle es an einen dunklen Ort. Nimm es regelmässig in deine Hände und schüttle es leicht hin und her. Die Bewegung hilft, dass sich der ganze Essig mit den Wirkstoffen vermischt. Sonst kann es passieren, dass sich der mit Wirkstoffen gesättigte Essig, um die Kräuter sammelt und der noch „aufnahmefähige“ Essig an der Oberfläche bleibt.

Lasse die Kräuter mindestens 2 Wochen ziehen. Sie können bis zu 6 Monate im Essig bleiben.

Der Kräuteressig ist ca 2 Jahre haltbar.

 

Ich wünsche dir viel Freude beim Experimentieren.

Alles Liebe

Tee für einen guten Start in den Tag

Eine Tasse Tee, in aller Ruhe am Morgen getrunken, schenkt dir einen guten Start in den Tag.

Mit der Wahl der Pflanze oder der Mischung, kannst die Stimmung, die du dir für den Tag wünschst einladen, dich ganz bewusst mit dir Verbinden und genährt dem Tag begegnen. Mit all seinen Überraschungen.

Jede Pflanze wirkt nämlich auch auf die Psyche. Der Duft und der Geschmack löst Emotionen aus und lassen Erinnerungen auftauchen. Auch die Wirkstoffe einer Pflanze wirken an ganz unterschiedlichen Stellen im Körper, die einen haben eine Bezug auf das Herz, andere auf die Verdauung etc. Das alles trägt zu unserem Wohlbefinden bei.

Wie eine Pflanze auf dich wirkt, kannst du am Besten herausfinden, indem du eine Pflanze pur trinkst und beobachtest wie du dich fühlst und was sie in dir auslöst. Mit der Zeit, weisst du genau welche Pflanze du jetzt gerade brauchen könntest.

Kamille schenkt mir zum Beispiel bedingungsloses Vertrauen, Zitronenmelisse Leichtigkeit. Die Schafgarbe hilft mir den Fokus zu halten, der Rosmarin die Konzentration und der Strochenschnabel schenkt Klarheit. Die Pfefferminze bringt mir frische und lässt mich durchatmen. Fenchel entspannt meine Mitte, während der Löwenzahn mich erdet und die Calendula alles zum fliessen bringt.

Heute habe ich eine Tasse Frauenmanteltee getrunken. Ich fühle mich weich, empfänglich und beschützt. Passend zu diesem Regentag, lade ich die Ruhe ein und das Schöne. Mit den Kindern mache ich heute einen gemütlichen Erzählmorgen, vielleicht Singen wir zusammen oder Zeichnen mit Aquarellfarben. Fliessend, gemütlich und schön.

Ich wünsche dir einen wunderschönen Tag.

 

Was du brauchst, um Pflanzen kennenzulernen

Manchmal kann es ganz schön überfordernd erscheinen, mit Heilpflanzen zu arbeiten. So viel steht über sie geschrieben. So viel zu lernen und so oft vergisst man alles sofort wieder. Dabei geht es auch anders.

Alles was du brauchst, um mit Pflanzen zu arbeiten, ist deine Offenheit.

Sei offen für ihren Duft und ihren Geschmack und die Pflanze lehrt dich über ihre Wirkung.

Sei offen für die Gefühle und Erinnerungen, die sie in dir weckt und sie erzählt dir von ihrem Wesen.

Sei offen und du wirst Verbundenheit erleben mit dir selber, mit der Pflanze und dem Leben.

Sei offen für die Reise, auf die sie dich mit nimmt und du wirst sie nie vergessen.

Alles was du brauchst, um mit Pflanzen zu arbeiten, ist sie kennenzulernen. Mit all deinen Sinnen. Mit all deiner Hingabe und Offenheit.

Begegne einer handvoll Pflanzen für eine Weile auf diese Weise. Trinke Tee mit ihnen. Lerne sie kennen und schaffe eine Verbindung mit ihnen. Sammle Erfahrungen. Beginne sie zu mischen und erlebe, wie sie miteinander harmonieren, wo sie sich verstärken oder ergänzen. Lasse dir Zeit. Geniesse die Verbundeneheit und Vertrautheit, die zwischen euch entsteht.

Du wirst so viel über diese Pflanzen lernen und es nicht mehr vergessen. Sie werden genau im richtigen Moment auftauchen, wenn du sie brauchst. Und ihr werdet gemeinsam wunderbare Medizin herstellen. 

Welche drei Pflanzen kommen dir gerade jetzt in den Sinn?

Jetzt sammeln: Brennnessel

Brennnesseln sind eine gute Pflanzen zum selber sammeln- Sie wachsen überall (gerne auch an Waldrändern), sind unverwechselbar (spätestens, wenn du ihre Brennhaare berührst, bist du dir sicher),  leicht zu trocknen und eine wertvolle Heilpflanze. Ich verwende sie weniger wegen ihrer heilkräftigen als wegen ihrer nährenden Wirkung. Die Brennnessel ist für mich mit ihren hohen Werten an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen unentbehrlich.


Sammeln

Sammle die Brennnesseln an einem sauberen Ort. Nicht direkt an Hundespazierrouten, Autostrassen und auf frisch gedüngten Wiesen. Sammle nur saubere und gesund aussehende Pflanzenteile.

Hilfreich sind eine Schere und Gartenhandschuhe. Ich sammle zwar auch oft einfach mit der Hand. Die Brennhaare der Brennnessel wachsen von unten nach oben, wenn man also von der richtigen Seite aus zupackt, könnten sie einem nicht erwischen. Je nach Art der Pflanze nützt dass allerdings wenig. Es gibt unglaublich stark benadelte Nesseln. In der nähe der Brennnessel wächst zum Glück auch oft Spitzwegerich. Wenn dich die Brennnesseln zu stark erwischt haben, kannst du Spitzwegerichblätter zerreiben, bis der Saft austritt und damit über die Quadeln reiben. Der Schmerz verschwindet schnell.

Da Brennnesseln Nitrat aus dem Boden ziehen ist es besser sie jung zu Ernten. Also bis etwa Mitte Mai. Meistens schneide ich nur die oberen Spitzen ab (Spitze und 1-2 Blattpaare), weil unten oft schon andere Lebewesen Löcher geknabbert haben. Aber das ist je nach Standort unterschiedlich.

Ganz wichtig: Sammle in der Wildnis nie den ganzen Standort leer und nur so viel wie du für dich und deine Liebsten brauchst. Sie ist für ganz viele Lebewesen eine wichtige Nahrungsquelle.

 

Trocknen

Brennnesseln gehören zu den Pflanzen, die sich sehr leicht und unkompliziert trocknen lassen.  Ich binde sie mit einem Faden oder einem Gummi zu kleinen Büscheln zusammen und hänge sie mit Wäscheklammern an einer Schnur oder dem Wäscheständer auf.

Einzelne Blätter oder kleine Brennnesselspitzen lege ich auf mein Trocknungssieb oder auf den, mit einem dünnen Tuch ausgelegten, Wäscheständer.

Wichtig ist, dass du die Brennnesseln während dem Trocknen vor direktem Sonnenlicht schützt. Also den den Wäscheständer in eine dunklere Ecke stellen und die Schnur nicht vors Fenster hängen. Ich lasse die Brennnesseln so lange trocknen, bis sie sich knusprig anfühlen. Bei Brennnesseln merkt man wirklich gut, wenn sie trocken sind. Achte auch auf die Stängel.

 

Aufbewahren

Die getrockneten Blätter streife ich nun von den Stängeln ab. Kleine, feine Brennnesselspitzen lasse ich, wie sie sind. Danach fülle ich die Brennnesseln in ein grosses Glas und beschrifte sie mit dem Sammelmonat und Jahr, manchmal dem Sammelort und natürlich der Pflanze.

Das Glas bewahre ich an einem dunklen und eher kühlen Ort auf. Zum Beispiel in einem Vorratsschrank.

Mehr zur Brennnessel und wie ich sie anwende, erfährst du im Beitrag „Tatkräftige Brennnessel“  und unter Brennesselpower.

Alles Liebe und viel Freude beim Sammeln.

Zwei Pflanzen, die du in deinem Garten lieben wirst.

Verbringst du die schönen Tage auch mit Gartenarbeit oder dem bepflanzen von Töpfen auf dem Balkon?

Ich möchte dir zwei wunderschöne Heilpflanzen vorstellen, die ich schon sehr lange in meinen Gärten und auch in Töpfen anpflanze. Und die auch du ganz bestimmt lieben wirst. Sie lassen sich ganz einfach aus Samen ziehen und blühen das ganze Jahr über, auch wenn man nicht unbedingt einen „grünen Daumen“ besitzt.

 

Die Malve

Es gibt verschiedene Sorten der Malve. Besonders schön und heilkräftig ist die mauretanische Malve. (Malva sylvestris var maruetania).

Bienen lieben sie. Und da sie soooo viele Blüten macht, reicht es für die Bienen und dich. 

Im Garten kann sie sehr gross werden und man sollte ihr genügend Platz geben. An windiger Lage oder bei Stürmen, stütze ich sie mit einem Ast oder Bambusstab ab.

Wenn du sie im Topf anpflanzen möchtest, empfehle ich dir einen möglichst grossen bzw tiefen Topf. Je mehr Platz sie für die Wurzeln hat, desto grösser und kräftiger wird die Pflanze. Sie liebt einen sonnigen Standort. Je sonniger desto besser. Damit sie möglichst lange neue Blüten macht, solltest du die verwelkten Bumen und Samen regelmässig entfernen. Gegen Ende Sommer lasse ich die Samenkapseln reifen, bis sie braun sind und schon habe ich ganz viel Saatgut für den nächsten Sommer.

Nachmittags kannst du die Blüten sammeln und im Schatten gut trocknen lassen. Frisch sehen sie wunderschön in Salaten oder auf Torten aus.  Auch die jungen Blätter und grünen Samenkapseln  sind essbar. Die dunkelviolette mauretanische Malve färbt Tees für kurze Zeit wunderschön blau. Kinder lieben dieses „Zaubergetränk. Getrocknet verwende ich sie in verschiedenen Teemischungen oder als Grundlage für Salben und Seifen.

Ein Kaltauszug (Ein Tee mit kaltem Wasser zubereitet und mind 2h gezogen) löst die Schleimstoffe der Malve, die sich wie ein Pflaster über gereizte Schleimhäute legen. Das ist besonders bei Reizhusten, Halsschmerzen oder Magenbrennen sehr wohltuend.

In „Malve für Weichheit und Öffnung“ findest du eine schöne Meditation mit ihr.
 

Ringelblume – Calendula

Eine weitere Pflanze, die ich jedem Gärtner von Herzen empfehle ist die Ringelblume  (Calendula officinalis). Ich pflanze sie mitten unter mein Gemüse und überall wo ich noch Platz für sie finde. Bienen lieben sie sehr, Schnecken meiden sie. Sie gedeiht auch gut in Töpfen. Wer nur gaaanz wenig Platz hat, kann ihre wilde Schwester zu sich einladen. Die Acker-Ringelblume (calendula arvensis). Die ist kleiner, aber genauso heilkräftig.

Über die Ringelblume habe ich auf Mamani Flora bereits berichtet: Calendula-die Wundheilpflanze

Ich liebe sie auch in Tees und im Essen. In Salaten, Smoothies, Fruchschalen, als Safranersatz in Risottos und Spätzli und natürlich im Gebäck. Zum Beispiel diesen Blumenkeksen und dem Löwenzahn-Ringelblumen-Kuchen.

Auch hier gilt, für längere Blühdauer regelmässig die verwelkten Blüten abnehmen. Und gegen Ende wieder die Samen Reifen lassen und schon hat man ganz viel Saatgut für nächste Jahr.

Ich wünsche dir wunderschöne Tage. Alles Liebe

Löwenzahnwurzeln für das Immunsystem

Vielleicht fragst du dich, was denn bitteschön Löwenzahnwurzeln mit dem Immunsystem zu tun haben. Eine Menge.

Hast du gewusst, dass sich ungefähr 3/4 deiner antikörperproduziernden Zellen in deinen Darmwänden befinden?

Diese werden von deinen liebsten Mitbewohnern, einer ganzen Schar von Mikroorganismen versorgt. Ist deine Darmflora gesund, ist auch dein Immunsystem viel stärker. Die Mikroorganismen ernähren sich von sogenannten Präbiotika. Das sind unverdaubare Kohlenhydrate wie Inulin oder Oligofruktose. Die meisten Nahrungsmittel sind reich an Präbiotika. Mit einer abwechslungsreichen und vitalstoffreichen Ernährung nimmst du im Normalfall genügend zu dir. Manchmal ist es aber sinnvoll, deine Mitbewohner zu verwöhnen. In stressigen Zeiten, wenn Krankheiten grassieren oder der Magen-Darm-Trakt angeschlagen ist, kannst du Nahrungsmittel zur dir nehmen, die besonders grosse Mengen an Präbiotika enthalten.

Eine dieser Pflanzen ist die Löwenzahnwurzel. Im Herbst ausgegraben enthält sie bis zu 40% Inulin. Im Frühjahr ausgegraben, ist der Bitterstoffanteil höher. Bitterstoffe sind sehr wichtig für eine gesunde Verdauung und fördern somit die Gesundheit deiner Darmflora.

Löwenzahnwurzeln bekommst du in jeder Drogerie oder Apotheke. Du kannst sie auch mit einem Wurzelgraber in deinem Garten ausgraben und trocknen lassen. 

Klein geschnittene oder gemahlene Löwenzahnwurzeln schmecken sehr gut als Gewürz in Suppen oder in Kuchen. Hier findest du einer meiner Lieblingskuchen: Löwenzahn-Ringelblumen-Kuchen Ganz besonders gut ist aber dieses Rezept:

Löwenzahnwurzel-Drink

Du brauchst

200ml Haferdrink
1 TL gemahlene getrocknete Löwenzahnwurzeln

Zubereitung
Gib die Löwenzahnwurzel (ungeröstet oder in der Pfanne geröstet) mit dem Haferdrink in einen Topf. Bringe die Mischung zum Kochen und lasse sie dann auf kleinster Stufe 5-10 Minuten ziehen. Durch ein Sieb abgiessen und geniessen.

Variante: Du kannst eine Prise Kakao, Vanille, Kardamom oder Zimt hinzu geben. Wenn dir die Hafermilch nicht süss genug ist, kannst du es auch mit Reismilch probieren oder einem Schluck Ahornsirup hinzugeben.

Mit diesem Drink lässt sich auch Schoko- oder Vanillepudding zubereiten. Lecker!

Tipp: Die Löwenzahnwurzel lässt sich gut in einem Standmixer pürieren. Falls du keinen Mixer hast, kannst du die Löwenzahnwurzel im Mörser andrücken und zur Hafermilch geben

Viele weitere wunderbare Pflanzen, die dein Immunsystem nähren und leckere Rezepte findest du im „Happy Immunsystem“- Onlinekurs.

Im zweiten Modul dreht sich nämlich alles um das Immunsystem im Darm. Du erfährst, wie dein Immunsystem nähren kannst, welche Vitamine und Mineralien besonders gut tun und vor allem wo sie haufenweise vorkommen. Es gibt tolle Rezepte, Danijela von danci zeigt dir, wie du selber Kombucha machen kannst und Silja von Wildemöhre hat einen wunderbaren Beitrag über Bitterstoffe mit leckeren Rezepten (nach ihrem Beitrag wirst du Bitter lieben!) beigesteuert.

Hier kannst du dich für den „Happy Immunsystem“ Onlinekurs anmelden. Ich biete ihn wegen dem Covid-19 zu einem sehr günstigen Preis an . Damit wir alle gut für uns und unsere lieben Sorgen können.

Alles Liebe, Nicole Mamani Flora