Was du brauchst, um Pflanzen kennenzulernen

Manchmal kann es ganz schön überfordernd erscheinen, mit Heilpflanzen zu arbeiten. So viel steht über sie geschrieben. So viel zu lernen und so oft vergisst man alles sofort wieder. Dabei geht es auch anders.

Alles was du brauchst, um mit Pflanzen zu arbeiten, ist deine Offenheit.

Sei offen für ihren Duft und ihren Geschmack und die Pflanze lehrt dich über ihre Wirkung.

Sei offen für die Gefühle und Erinnerungen, die sie in dir weckt und sie erzählt dir von ihrem Wesen.

Sei offen und du wirst Verbundenheit erleben mit dir selber, mit der Pflanze und dem Leben.

Sei offen für die Reise, auf die sie dich mit nimmt und du wirst sie nie vergessen.

Alles was du brauchst, um mit Pflanzen zu arbeiten, ist sie kennenzulernen. Mit all deinen Sinnen. Mit all deiner Hingabe und Offenheit.

Begegne einer handvoll Pflanzen für eine Weile auf diese Weise. Trinke Tee mit ihnen. Lerne sie kennen und schaffe eine Verbindung mit ihnen. Sammle Erfahrungen. Beginne sie zu mischen und erlebe, wie sie miteinander harmonieren, wo sie sich verstärken oder ergänzen. Lasse dir Zeit. Geniesse die Verbundeneheit und Vertrautheit, die zwischen euch entsteht.

Du wirst so viel über diese Pflanzen lernen und es nicht mehr vergessen. Sie werden genau im richtigen Moment auftauchen, wenn du sie brauchst. Und ihr werdet gemeinsam wunderbare Medizin herstellen. 

Welche drei Pflanzen kommen dir gerade jetzt in den Sinn?

Jetzt sammeln: Brennnessel

Brennnesseln sind eine gute Pflanzen zum selber sammeln- Sie wachsen überall (gerne auch an Waldrändern), sind unverwechselbar (spätestens, wenn du ihre Brennhaare berührst, bist du dir sicher),  leicht zu trocknen und eine wertvolle Heilpflanze. Ich verwende sie weniger wegen ihrer heilkräftigen als wegen ihrer nährenden Wirkung. Die Brennnessel ist für mich mit ihren hohen Werten an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen unentbehrlich.


Sammeln

Sammle die Brennnesseln an einem sauberen Ort. Nicht direkt an Hundespazierrouten, Autostrassen und auf frisch gedüngten Wiesen. Sammle nur saubere und gesund aussehende Pflanzenteile.

Hilfreich sind eine Schere und Gartenhandschuhe. Ich sammle zwar auch oft einfach mit der Hand. Die Brennhaare der Brennnessel wachsen von unten nach oben, wenn man also von der richtigen Seite aus zupackt, könnten sie einem nicht erwischen. Je nach Art der Pflanze nützt dass allerdings wenig. Es gibt unglaublich stark benadelte Nesseln. In der nähe der Brennnessel wächst zum Glück auch oft Spitzwegerich. Wenn dich die Brennnesseln zu stark erwischt haben, kannst du Spitzwegerichblätter zerreiben, bis der Saft austritt und damit über die Quadeln reiben. Der Schmerz verschwindet schnell.

Da Brennnesseln Nitrat aus dem Boden ziehen ist es besser sie jung zu Ernten. Also bis etwa Mitte Mai. Meistens schneide ich nur die oberen Spitzen ab (Spitze und 1-2 Blattpaare), weil unten oft schon andere Lebewesen Löcher geknabbert haben. Aber das ist je nach Standort unterschiedlich.

Ganz wichtig: Sammle in der Wildnis nie den ganzen Standort leer und nur so viel wie du für dich und deine Liebsten brauchst. Sie ist für ganz viele Lebewesen eine wichtige Nahrungsquelle.

 

Trocknen

Brennnesseln gehören zu den Pflanzen, die sich sehr leicht und unkompliziert trocknen lassen.  Ich binde sie mit einem Faden oder einem Gummi zu kleinen Büscheln zusammen und hänge sie mit Wäscheklammern an einer Schnur oder dem Wäscheständer auf.

Einzelne Blätter oder kleine Brennnesselspitzen lege ich auf mein Trocknungssieb oder auf den, mit einem dünnen Tuch ausgelegten, Wäscheständer.

Wichtig ist, dass du die Brennnesseln während dem Trocknen vor direktem Sonnenlicht schützt. Also den den Wäscheständer in eine dunklere Ecke stellen und die Schnur nicht vors Fenster hängen. Ich lasse die Brennnesseln so lange trocknen, bis sie sich knusprig anfühlen. Bei Brennnesseln merkt man wirklich gut, wenn sie trocken sind. Achte auch auf die Stängel.

 

Aufbewahren

Die getrockneten Blätter streife ich nun von den Stängeln ab. Kleine, feine Brennnesselspitzen lasse ich, wie sie sind. Danach fülle ich die Brennnesseln in ein grosses Glas und beschrifte sie mit dem Sammelmonat und Jahr, manchmal dem Sammelort und natürlich der Pflanze.

Das Glas bewahre ich an einem dunklen und eher kühlen Ort auf. Zum Beispiel in einem Vorratsschrank.

Mehr zur Brennnessel und wie ich sie anwende, erfährst du im Beitrag „Tatkräftige Brennnessel“  und unter Brennesselpower.

Alles Liebe und viel Freude beim Sammeln.

Zwei Pflanzen, die du in deinem Garten lieben wirst.

Verbringst du die schönen Tage auch mit Gartenarbeit oder dem bepflanzen von Töpfen auf dem Balkon?

Ich möchte dir zwei wunderschöne Heilpflanzen vorstellen, die ich schon sehr lange in meinen Gärten und auch in Töpfen anpflanze. Und die auch du ganz bestimmt lieben wirst. Sie lassen sich ganz einfach aus Samen ziehen und blühen das ganze Jahr über, auch wenn man nicht unbedingt einen „grünen Daumen“ besitzt.

 

Die Malve

Es gibt verschiedene Sorten der Malve. Besonders schön und heilkräftig ist die mauretanische Malve. (Malva sylvestris var maruetania).

Bienen lieben sie. Und da sie soooo viele Blüten macht, reicht es für die Bienen und dich. 

Im Garten kann sie sehr gross werden und man sollte ihr genügend Platz geben. An windiger Lage oder bei Stürmen, stütze ich sie mit einem Ast oder Bambusstab ab.

Wenn du sie im Topf anpflanzen möchtest, empfehle ich dir einen möglichst grossen bzw tiefen Topf. Je mehr Platz sie für die Wurzeln hat, desto grösser und kräftiger wird die Pflanze. Sie liebt einen sonnigen Standort. Je sonniger desto besser. Damit sie möglichst lange neue Blüten macht, solltest du die verwelkten Bumen und Samen regelmässig entfernen. Gegen Ende Sommer lasse ich die Samenkapseln reifen, bis sie braun sind und schon habe ich ganz viel Saatgut für den nächsten Sommer.

Nachmittags kannst du die Blüten sammeln und im Schatten gut trocknen lassen. Frisch sehen sie wunderschön in Salaten oder auf Torten aus.  Auch die jungen Blätter und grünen Samenkapseln  sind essbar. Die dunkelviolette mauretanische Malve färbt Tees für kurze Zeit wunderschön blau. Kinder lieben dieses „Zaubergetränk. Getrocknet verwende ich sie in verschiedenen Teemischungen oder als Grundlage für Salben und Seifen.

Ein Kaltauszug (Ein Tee mit kaltem Wasser zubereitet und mind 2h gezogen) löst die Schleimstoffe der Malve, die sich wie ein Pflaster über gereizte Schleimhäute legen. Das ist besonders bei Reizhusten, Halsschmerzen oder Magenbrennen sehr wohltuend.

In „Malve für Weichheit und Öffnung“ findest du eine schöne Meditation mit ihr.
 

Ringelblume – Calendula

Eine weitere Pflanze, die ich jedem Gärtner von Herzen empfehle ist die Ringelblume  (Calendula officinalis). Ich pflanze sie mitten unter mein Gemüse und überall wo ich noch Platz für sie finde. Bienen lieben sie sehr, Schnecken meiden sie. Sie gedeiht auch gut in Töpfen. Wer nur gaaanz wenig Platz hat, kann ihre wilde Schwester zu sich einladen. Die Acker-Ringelblume (calendula arvensis). Die ist kleiner, aber genauso heilkräftig.

Über die Ringelblume habe ich auf Mamani Flora bereits berichtet: Calendula-die Wundheilpflanze

Ich liebe sie auch in Tees und im Essen. In Salaten, Smoothies, Fruchschalen, als Safranersatz in Risottos und Spätzli und natürlich im Gebäck. Zum Beispiel diesen Blumenkeksen und dem Löwenzahn-Ringelblumen-Kuchen.

Auch hier gilt, für längere Blühdauer regelmässig die verwelkten Blüten abnehmen. Und gegen Ende wieder die Samen Reifen lassen und schon hat man ganz viel Saatgut für nächste Jahr.

Ich wünsche dir wunderschöne Tage. Alles Liebe

Löwenzahnwurzeln für das Immunsystem

Vielleicht fragst du dich, was denn bitteschön Löwenzahnwurzeln mit dem Immunsystem zu tun haben. Eine Menge.

Hast du gewusst, dass sich ungefähr 3/4 deiner antikörperproduziernden Zellen in deinen Darmwänden befinden?

Diese werden von deinen liebsten Mitbewohnern, einer ganzen Schar von Mikroorganismen versorgt. Ist deine Darmflora gesund, ist auch dein Immunsystem viel stärker. Die Mikroorganismen ernähren sich von sogenannten Präbiotika. Das sind unverdaubare Kohlenhydrate wie Inulin oder Oligofruktose. Die meisten Nahrungsmittel sind reich an Präbiotika. Mit einer abwechslungsreichen und vitalstoffreichen Ernährung nimmst du im Normalfall genügend zu dir. Manchmal ist es aber sinnvoll, deine Mitbewohner zu verwöhnen. In stressigen Zeiten, wenn Krankheiten grassieren oder der Magen-Darm-Trakt angeschlagen ist, kannst du Nahrungsmittel zur dir nehmen, die besonders grosse Mengen an Präbiotika enthalten.

Eine dieser Pflanzen ist die Löwenzahnwurzel. Im Herbst ausgegraben enthält sie bis zu 40% Inulin. Im Frühjahr ausgegraben, ist der Bitterstoffanteil höher. Bitterstoffe sind sehr wichtig für eine gesunde Verdauung und fördern somit die Gesundheit deiner Darmflora.

Löwenzahnwurzeln bekommst du in jeder Drogerie oder Apotheke. Du kannst sie auch mit einem Wurzelgraber in deinem Garten ausgraben und trocknen lassen. 

Klein geschnittene oder gemahlene Löwenzahnwurzeln schmecken sehr gut als Gewürz in Suppen oder in Kuchen. Hier findest du einer meiner Lieblingskuchen: Löwenzahn-Ringelblumen-Kuchen Ganz besonders gut ist aber dieses Rezept:

Löwenzahnwurzel-Drink

Du brauchst

200ml Haferdrink
1 TL gemahlene getrocknete Löwenzahnwurzeln

Zubereitung
Gib die Löwenzahnwurzel (ungeröstet oder in der Pfanne geröstet) mit dem Haferdrink in einen Topf. Bringe die Mischung zum Kochen und lasse sie dann auf kleinster Stufe 5-10 Minuten ziehen. Durch ein Sieb abgiessen und geniessen.

Variante: Du kannst eine Prise Kakao, Vanille, Kardamom oder Zimt hinzu geben. Wenn dir die Hafermilch nicht süss genug ist, kannst du es auch mit Reismilch probieren oder einem Schluck Ahornsirup hinzugeben.

Mit diesem Drink lässt sich auch Schoko- oder Vanillepudding zubereiten. Lecker!

Tipp: Die Löwenzahnwurzel lässt sich gut in einem Standmixer pürieren. Falls du keinen Mixer hast, kannst du die Löwenzahnwurzel im Mörser andrücken und zur Hafermilch geben

Viele weitere wunderbare Pflanzen, die dein Immunsystem nähren und leckere Rezepte findest du im „Happy Immunsystem“- Onlinekurs.

Im zweiten Modul dreht sich nämlich alles um das Immunsystem im Darm. Du erfährst, wie dein Immunsystem nähren kannst, welche Vitamine und Mineralien besonders gut tun und vor allem wo sie haufenweise vorkommen. Es gibt tolle Rezepte, Danijela von danci zeigt dir, wie du selber Kombucha machen kannst und Silja von Wildemöhre hat einen wunderbaren Beitrag über Bitterstoffe mit leckeren Rezepten (nach ihrem Beitrag wirst du Bitter lieben!) beigesteuert.

Hier kannst du dich für den „Happy Immunsystem“ Onlinekurs anmelden. Ich biete ihn wegen dem Covid-19 zu einem sehr günstigen Preis an . Damit wir alle gut für uns und unsere lieben Sorgen können.

Alles Liebe, Nicole Mamani Flora


 
 

Just be gentle to yourself

Die Zeit ist für viele so herausfordernd. So vieles, was über den Haufen geworfen wurde. So vieles, an das wir uns anpassen müssen. Manches fällt ganz einfach, anderes ist unglaublich anstrengend.

Sei einfach liebevoll mit dir.

Lass dir Zeit. Zeit um anzukommen. It’s time for resilience. Und die Chance, wirklich langsamer zu werden.

Gönne dir immer wieder Pausen. Zeiten, in denen du dich mit dir selber verbindest. In denen du spüren kannst, dass alles gut ist und gut wird. Für mich geht es am einfachsten über eine Tasse Tee.

Ich schaue mir die Farben der Kräuter an, fühle sie in meinen Händen. Giesse das heisse Wasser in die Tasse und beobachte, wie der Dampf aufsteigt. Er sieht so schön aus. Ich nehme mir Zeit den Duft des Tees ein zu atmen. Einfach nur zu atmen und mich von den Düften verzaubern zu lassen.  Während ich den Tee langsam trinke, spüre ich, wie sich die Wärme in meinem Körper ausbreitet, wie ich wieder Boden unter den Füssen bekomme und wie gross mein Herz sein kann. So gross, leuchtend und wunderschön. Ich lasse  mich von den Pflanzen nähren und fühle mich mit mir und der Erde verbunden.

Nach einer Tasse Tee, die ich mit all meinen Sinnen genossen habe, fällt es mir leichter meinen Blick auf das Schöne und wirklich Wichtige im Alltag und im Leben zu lenken.  Die Dankbarkeit findet leichter ihren Weg in mein Herz. Dankbarkeit kann so vieles verwandeln.

Die Lindenblüte ist hier eine besonders gute Begleiterin. Sie wärmt, lenkt den Blick au das, was wirklich wichtig ist, lässt die Dinge mit dem Herzen betrachten  und verbindet. Ich finde es auch wunderschön, gemeinsam mit den Kindern Lindenblütentee zu trinken.

Auch die Zitronenmelisse passt gerade wunderbar. Sie beruhigt das Nervensystem und zaubert dir ganz bestimmt ein Lächeln ins Gesicht.

Sein einfach liebevoll mit dir und lass dir Zeit.

Alles Liebe, Nicole Mamani Flora

 

Zitronenmelisse – beruhigt die Schmetterlinge im Bauch

Schmetterlinge im Bauch sind ja an sich etwas schönes. Wenn man verliebt ist. Sie können aber auch durch Unruhe, Nervosität oder Ängste in Aufruhr versetzt werden. Was weniger schön ist. Besonders wenn man eigentlich gerne einschlafen würde.

Zum Glück gibt es die Zitronenmelisse. Sie beruhigt nicht nur die Bienen (weshalb sie gerne neben Bienenstöcke gepflanzt wird), sondern auch die Schmetterlinge im Bauch. Ihre ätherischen Öle wirken wie ein sanftes Beruhigungsmittel und der zitronige Duft löst Glücksgefühle aus.

Sie hilft wunderbar bei Beschwerden, die durch Nervosität oder Ängte hervorgerufen werden; Unruhe, Einschlafstörungen, Magen-Darm-Beschwerden, Herzrasen oder eben den berühmten Schmetterlingen im Bauch.

Kinder mögen sie auch sehr gerne. Wenn dein Kind am Abend Bauchschmerzen hat, zappelig ist oder Kopfschmerzen hat, weil der Tag einfach etwas zu aufregend war, können ein paar Schlucke Zitronenmelissentee Wunder wirken. Von Farfalla gibt es ausserdem ein Zitronenmelissenhydrolat, welches man auf das Kopfkissen oder über das Kind sprayen kann. Es durftet wunderbar.

 

Die Zitronenmelisse wächst sehr gerne in unseren Gärten und in Töpfen auf dem Balkon. Für den Winter kannst du dir selber einen Tee-Vorrat trocknen. Dabei ist es ganz wichtig, dass du die Blätter vom Stängel abzupfst und sie einzeln auf einem Tuch oder Sieb trocknest. Sonst ziehen sich die ätherischen Öle aus den Blättern in den Stängel zurück. Dein Tee würde ziemlich enttäuschend nach Heu statt nach Zitronen schmecken. Und da die ätherischen Öle die Hauptwirkstoffe sind, wäre dein Tee auch noch recht wirkungslos.

Teezubereitung

1 TL getrocknete oder 2 TL frische Melissenblätter mit einer Tasse heissem Wasser übergiessen und bedeckt für 7-10 Minuten ziehen lassen. 1-5x Täglich 1 Tasse trinken. Abends dürfen es auch zwei Tassen sein.

 

Die Zitronenmelisse kann man auch gut mit anderen Kräutern mischen.
Bei Bauchschmerzen mit Kamille. Bei Einschlafschwierigkeiten mit Hopfen, bei nervösem Herz mit Weissdorn etc.
 
Sie passt übrigens auch sehr gut in die nass-kalte Jahreszeit. Sie hat nämlich noch eine weitere „superpower“; sie wirkt antiviral. Mit etwas Lindenblüte und / oder Holunder gemischt, gibt es einen wohlschmeckenden Wintertee. Wer es würzig mag, gibt noch etwas Ingwer oder Zimt hinzu. Mmmh….