MamaniFlora

Johanniskrautöl

1.August, 2017 0 Comments

Johanniskrautöl sollte in wirklich keiner Hausapotheke fehlen.

Bei uns und unseren Freunden hier in Schweden, war es in den letzten Tagen rege im Einsatz. Bei so vielen Kindern, Lagerfeuern und Spielen bleiben kleinere und grössere Verletzungen nicht aus.

Johanniskrautöl wird bei Schnitt- und Schürfwunden, Verbrennungen und Sonnenbrand verwendet. Es wirkt entzündungshemmend, hautberuhigend, schmerz- und juckreizstillend. Es unterstützt die Wundheilung und eine gute Narbenbildung.

Auch bei Quetschungen, Blutergüssen, Prellungen, Verstauchungen, Verrenkungen und Nervenschmerzen wie Hexenschuss hat sich Johanniskrautöl bewährt. Es fördert die Durchblutung, entspannt die Muskeln und ist schmerzlindernd.

Reibe oder massiere die betroffenen Stellen bei Bedarf 3 mal täglich mit dem Johannisblütenöl ein. Bei schweren Verbrennungen oder Wunden kannst du das Öl auch länger verwenden um die Haut bei der Narbenbildung zu unterstützen.

Dieses wunderbare Öl lässt sich gut selber herstellen.

 

Du brauchst

  • Johanniskrautblüten

Es gibt viele verschiedene Johanniskrautarten. Für das Johanniskrautöl wird das Tüpfel-Johanniskraut „Hypericum perforatum“ verwendet.

Du erkennst es recht einfach. Halte die Blättchen gegen das Licht. Es sieht aus als wäre es von vielen kleinen Nadelspitzen perforiert (perforatum) worden. Die dunklen Punkte enthalten den roten Farb- und Wirkstoff Hypericin.Wenn du die Blättchen zwischen deinen Fingern zerreibst, werden deine Finger rot. Ein weiteres Merkmal ist der zweikantige Stängel. Es wächst an sonnigen Stellen am Wald- und Wiesenrand und lässt sich gut im Garten anbauen.

Für das Johanniskrautöl kannst du die Blüten, Knospen und junge Früchte verwenden. Ich bevorzuge die frisch blühenden Blumen.

 

  • Pflanzenöl

Für das Johanniskrautöl wird meistens extra virgine Olivenöl in Bioqualität verwendet. Es ist ein idealer Begleiter für das Johanniskraut. Auch das Olivenöl wirkt schmerzlindernd, durchblutungsfördernd und muskelentspannend. Zudem ist es wärmend, hautpflegend. Wegen seiner wärmenden Eigenschaft ist es nicht bei Neurodermitis zu empfehlen. Falls du das Johannisöl explizit auf Neurodermitische Stellen auftragen möchtest (es wirkt erwiesenermassen gegen Staphylokokken), kannst du auch kaltgepresstes Rapsöl, Sonnenblumenöl oder süsses Mandelöl verwenden.

Bitte achte auf höchste Qualität des Pflanzenöl. Es wirkt sich auf die Wirkstoffe im Pflanzenöl und die Haltbarkeit des Johanniskrautöl aus.

 

  • Ein Glas

Ein Einmach- oder Marmeladenglas mit grosser Öffnung eignet sich sehr gut.

 

  • Ein dünner Stoff

Für die erste Woche benötigst du einen dünnen Stoff um dein Mazerat vor Schmutz zu schützen. Zum Beispiel ein Taschentuch oder ein Gazeestück.

 

Herstellung

Schneide die Johannisblüten klein, zerstosse sie in einem Mörser oder lasse sie ganz. Gib die Johannisblüten in das Glas und übergiesse sie mit Olivenöl. Das Öl sollte die Blüten vollständig bedecken. Am Besten ca 2 cm über die Blüten.

Bedecke das Glas mit einem dünnen, luftdurchlässigen Stoff und lasse es eine Woche in der Sonne stehen. Die Feuchtigkeit der Johannisblüten kann so entweichen und es kommt weniger zu Schimmelbildung. Bewege die Ölmischung jeden Tag mit einem Löffel oder durch vorsichtiges Schütteln.

Verschliesse das Glas mit einem Deckel und lasse es weitere 5-7 Wochen, wenn möglich in der Sonne, ziehen. Schüttle das Glas täglich. Mit dem Schütteln vermischt du die Kräuter immer wieder neu mit dem Öl und fördert die Aufnahme der Wirkstoffe. Zudem verhindert es die Schimmelbildung.

Die Farbe des Öls nimmt eine wunderschöne rote Farbe an. Deshalb wird das Johanniskrautöl auch Rotöl genannt. Je roter das Öl ist, desto wirksamer ist es.

Anschliessend giesst du die Ölmischung durch ein Gazeetuch oder ein Kaffe- bzw Teesieb in kleine Flaschen ab. Bewahre das Johanniskrautöl an einem kühlen und dunklen Ort auf. Es hält sich etwa ein Jahr.

 

In manchen Quellen steht, dass Johanniskrautöl lichtempfindlich macht und deshalb nicht vor dem Sonnenbaden eingerieben werden soll. Hypericin, der Wirkstoff, der lichtempfindlich macht, ist nicht fettlöslich und geht deshalb nicht ins Olivenöl über. Er ist wasserlöslich und kann in grossen Mengen (sehr viel Tee oder wahrscheinlicher in einem hochdosiertem Präparat) eingenommen, lichtempfindlich machen. Der Hauptwirkstoff im Johanniskrautöl ist das Hyperforin.

Gutes Johanniskrautöl gibt es auch in Bioläden, Drogerien und Apotheken zu kaufen.

Mamani Flora

LEAVE A COMMENT

RELATED POSTS