MamaniFlora

Herbstzeit

7.Oktober, 2017 4 Comments

Der Herbst symbolisiert für mich Fülle, Dankbarkeit und Loslassen.

Wir alle verändern und uns müssen von Zeit zu Zeit loslassen oder werden losgelassen.

Ich musste schon lange nicht mehr so intensiv Loslassen wie diesen Herbst. Meistens haben sich die Dinge ganz natürlich verändert. es war stimmig sie gehen zu lassen. Meine Stillzeiten, die Wohnorte, der Garten, Interessen, Jahreszeiten. Ja, ich würde mich als Jemanden bezeichnen, der keine grosse Mühe damit hat.

Aber dieses Mal war es ganz anders. Ich war noch nicht bereit dazu.

Im September sind wir früher von unserer Reise zurück gekehrt und das Loslassen des Reisens hat mich gründliche aufgewühlt.

In meinem Bauch, da wo sonst auch Schmetterlinge fliegen, haben wilde Meeresstrüme getobt.

Mehr als nur einmal habe ich mich gefragt, was ich hier eigentlich mache. Es war ein Kopf gegen Bauch Entscheid.

Ich bin dankbar für die Fülle und Intensivität dieser Reise, für all die Erlebnisse, Landschaften, Pflanzen und Menschen die mir begegnet sind. Und für all die Lektionen die ich lernen durfte.

Ich bin auch dankbar wieder hier zu sein, meine Familie und die guten Freunde wieder näher zu haben. Und dankbar für all die Sachen die hier am entstehen sind.

Und doch wollte ich am liebsten einfach wieder los.

Also habe ich mich ganz bewusst dem Loslassen gewidmet. Ich habe den Sturm beobachtet und die Gefühle dahinter wahrgenommen, angenommen und umarmt. Ich habe angeschaut, was mich so aufwühlt. Was dahinter steckt. So konnte ich bewusst entscheiden, was ich von unserer Reise ins „sesshafte“ Leben integrieren möchte und was ich ziehen lasse. Das hat gut getan.

 

Ein paar Tipps fürs loslassen

 

Bewusst wahrnehmen

Lauf nicht davon.

Wenn wieder ein Gefühlssturm in dir losbricht, setze dich ruhig hin und atme tief und ganz bewusst in deinen Bauch. Spüre all die Emotionen.

Umarme sie, nimm sie an so wie sie sind. Sie sind ganz wichtig und sollen nicht unterdrückt oder ignoriert werden.

Atme tief ein und aus. Entspanne dich.

Falls du Zeit und den Raum dazu hast, gehe tiefer.

Vielleicht kommen Erinnerungen hoch. Vielleicht Bilder, Lieder, Melodien usw.  Lass es einfach zu.

Stelle dir Fragen.

Mit was sind diese Emotionen verbunden?  Was steckt dahinter?

Was macht es so schwierig, diese Veränderung zuzulassen?

Was möchte mir dieser Loslassprozess zeigen?

Was hat mir gut getan? Was möchte ich weiter in meinem Leben pflegen? Was möchte ich loslassen?

Wenn du magst, kannst du dir Notizen machen und sie später nochmals anschauen, wenn sich der Sturm etwas gelegt hat.

Du kannst all die schönen und auch schwierigen Momente nochmals voller Dankbarkeit anschauen. Sowie die Bäume ihre Blätter vor dem Loslassen wunderschön bunt färben.

Dann lass los.

Atme Licht, Freude, Liebe oder Dankbarkeit ein. Sende sie je nachdem wo du deinen Sturm fühlst zum Herz- oder Bauchbereich.

Lass während dem Ausatmen bewusst los. Lass alles ziehen. All deine Ängste, Gefühle und Schmerzen.

Selfcare

Verwöhne dich. Schau gut zu dir. Verbringe Zeit mir dir selbst. Vielleicht machst du eine Yogasession zu einer schönen Musik, trinkst im Kerzenschein eine Tasse wärmenden Chai oder umgibst dich mit umhülllenden ätherischen Ölen wie Mandarine, Vanille, Kardamom, Rose usw.  (Duftlampe, Bade, Massage). Mach Spaziergänge in den Wald, an den See oder in die Berge.

Sei Kreativ

Verarbeite deinen Schmerz, deine Verwirrung, dein Loslassen. Mein aktuelles Medium ist das Malen. Ich habe einfach drauflos gemalt. Deines ist vielleicht das Kochen, die Musik, plastisches Gestalten oder Stricken?

 

Je nachdem was du loslässt, werden immer mal wieder kleinere oder grössere Stürme kommen. Lass dir Zeit und atme ♥

17.Oktober, 2017

Mamani Flora

4 Comments

  1. Antworten

    Frau Kirschkernzeit

    13.Oktober, 2017

    Ich empfinde diesen Herbst auch sehr schwierig, obwohl es mir an sich sehr gut geht im Moment. Es ist einfach irgendwie so, als wäre der Sommer und all das Lebendige viel zu rasch und viel früher als gewöhnlich vorbei… Und das obwohl ich keine Reise frühzeitig abrechen musste wie du.
    Ich denke, bei mir hat es viel mit meinem Alter zu tun; ich gehe jetzt klar gegen 40 zu. Das ruft wohl so eine Art weibliche „Middle Life Crisis“ in mir hervor, in der ich mich mit Theme wie „was will ich noch?“, „Ist die Familienplanung jetzt wirklich abgeschlossen?“, „Wer bin ich eigentlich?“ etc. auseinandersetze. Dass ausgerechnte das anhänglichste meiner Kinder diesen Sommer in den Kindergarten kam und ich meine Kleinste gerade eben abgestillt habe, hat sicher auch seinen Platz in diesem Prozess…
    Ich schicke dir viele liebe Grüsse! Du machst das schon richtig so.
    Bora

    • Antworten

      Mamani Flora

      14.Oktober, 2017

      Liebe Bora, danke für deinen Kommentar. Ich glaube der Herbst, eben gerade mit dem schweren Abschied vom Sommer, bringt uns all das Vergängliche, die Übergänge und das Loslassen ganz natürlich vor Augen. Das ist gut so. Aber nicht immer einfach. Die Frage, „was will ich noch?“ finde ich super. Die soll man sich immer wieder stellen, egal in welchem Alter 😉 Vielleicht gepaart mit dem Blick auf die aktuelle Situation. Was stimmt für mich? was möchte ich ziehen lassen bzw was passt nicht mehr zu mir? und was tut mir gut, von was möchte ich mehr?
      Liebe Grüsse, Nicole

  2. Antworten

    Anna

    13.Oktober, 2017

    Ich danke Dir von ganzem Herzen für diese Möglichkeit mit Gefühlsstürmen umzugehen. Es ist etwas, nach dem ich innerlich schon länger suche. Über Frau Kirschkernszeit lieben Artikel bin ich soeben in Deinen Blog hineingeweht und gleich beim erstem Bild hängen geblieben. Danke für deine Anleitung.
    Liebe Grüße
    Anna

    • Antworten

      Mamani Flora

      14.Oktober, 2017

      Liebe Anna, ich freue mich sehr über deine Rückmeldung. Danke

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